Bikulturellen Paaren

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Fachberaterin / Consejera especializada Anna Katharina Schaub
Fachpsychologin für Psychotherapie FSP
 
Wir eröffnen die Rubrik Psychologie in der ersten Ausgabe der Zeitschrift La Suiza mit einem Blick auf bikulturelle/binationale Paare in der Schweiz.
Comenzamos la sección de Psicología en el primer número de la revista La Suiza con una mirada hacia las parejas bi-culturales / bi-nacionales en Suiza.
 
 
Aus gesellschaftlicher Sicht nehmen diese Paare einen zahlenmässig immer grösseren Anteil ein, so dass die jährlichen Eheschliessungen von Paaren mit einem schweizerischen und einem ausländischen Partner bereits einen Drittel übersteigen und bereits fast die Hälfte ausmachen, wenn wir auch die binationalen Paare dazuzählen, die keinen schweizerischen Ehepartner haben, aber in der Schweiz leben. Diesem zahlenmässigen Gewicht entspricht jedoch die gebührende öffentliche Aufmerksamkeit noch längst nicht, zeichnen sich diese doch durch ein besonderes Potential aus, das die Gesellschaft enorm bereichern kann, wenn diese Paare die nötige Unterstützung erhalten.
Binationale Paare und Familien können im Vergleich zu andern Paaren die tiefgreifendste Brücke zwischen Nationen und Kulturen schlagen und ihren Kindern einen breiten Horizont und vielfältige und differenzierte Handlungsmöglichkeiten bieten, die die riesigen gesellschaftlichen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft mit dem nötigen interkulturellen Verständnis und Mut zu neuen Lösungen bereichern können. Binationale Paare leisten also eine enorme Friedens- und Integrationsarbeit. Deshalb verdienen sie auch eine besondere Unterstützung bei den riesigen Herausforderungen, die sie gleichzeitig bewältigen müssen.
Diese Herausforderungen zeigen sich sowohl auf rechtlicher, finanzieller, sozialer und psychodynamischer Ebene, wobei die ersteren sich wiederum auf die psychodynamische Ebene auswirken. Die rechtlichen, finanziellen und sozialen Benachteiligungen sind umso grösser, wenn der nicht schweizerische Partner aus einem Nicht EU/EFTA-Land stammt, z.B. aus Lateinamerika, was wiederum die psychodynamische Ebene erhöht belastet.
Psychodynamisch wirken sich alle diese Faktoren auf die Paarbeziehung. Meist gibt es in den ersten Beziehungs- oder Ehejahren eine klare Rollenaufteilung: Der schweizerische Ehepartner, ob Mann oder Frau, übernimmt die Rolle des “Torhüters” (Gatekeeper). Diese Rolle gibt ihm oder ihr gleichzeitig Macht und eine erhöhte Verantwortung, die leicht in Überforderung ausmünden kann.
Der Torhüter oder die Torhüterin muss den ausländischen Partner in die Rechtsituation, in die Sitten und Gebräuche der Schweiz einführen und oft alles Sprachliche in der familiären Administration allein erledigen und/oder übersetzen. Dazu muss er/sie oft das gesamte Familieneinkommen erarbeiten.
Der ausländische Partner ist häufig in den ersten Jahren in all seinen Schritten ausserhalb der Familie abhängig vom Ehepartner, was eine ernsthafte Einbusse des Selbstvertrauens mit sich bringen und in nicht seltenen Fällen zur Depression führen kann. Über beiden Partnern hängt dauernd das Damoklesschwert des existenziellen Verlustes: Eine normale Ehekrise bedroht nicht nur die Beziehung selber wie bei andern Paaren, sondern gleich die gesamte Existenz, da bei einer aus paardynamisch gerechtfertigten (temporären) Trennung der ausländische Partner eventuell gleich die Aufenthaltsberechtigung verliert und die Familie geographisch weit auseinander bricht, mit schwerwiegenden Konsequenzen für die Kinder. Ausserdem ist der gegenseitige Verständnisprozess bei Paarkonflikten für beide sehr anspruchsvoll: Welcher Anteil der Unterschiede in Haltung und Verhalten hängt mit der geliebten Person zusammen und welcher Anteil ist kulturell oder national geprägt?
In Konflikt- und Stresssituationen tendieren die Partner oft dazu, entweder den kulturellen oder den individuellen Einfluss auf den andern zu überwerten, wobei sich dieser dann völlig unverstanden fühlt. Ein erhöhter Verhandlungsbedarf zwischen den Partnern besteht natürlich auch bei der Kindererziehung. Eine bikulturelle Erziehung erfordert viel Fingerspitzengefühl von beiden Partnern einander gegenüber und natürlich auch den Kindern gegenüber, die sowohl Gefahr laufen überfordert zu werden (z.B. durch mutter- oder vatersprachlichen Unterricht neben der normalen Schulzeit) oder aber vom kulturellen Hintergrund des ausländischen Elternteils zu wenig mitzubekommen.
Deshalb ist allparteiliche Unterstützung von sensibilisierten und geschulten Fachpersonen sehr wichtig. Der ursprünglich von binationalen Paaren gegründete Verbund der Beratungsstellen für binationale und interkulturelle Paare und Familien Schweiz betreibt die Webseite www.binational.ch (auf Deutsch, Englisch, Französisch und Spanisch) und bietet wertvolle Informationen für binationale Paare, sowie die Adressen von Beratungsstellen für binationale Paare. In der deutschsprachigen Schweiz gibt es inzwischen Beratungsstellen, die sich explizit an binationale Paare richten in Zürich, Horgen, Bern, Basel, Solothurn und Olten. Wenn Sie keine Gelegenheit haben, eine dieser Beratungsstellen aufzusuchen und Sie eine öffentliche Ehe- oder Familienberatungsstelle an ihrem Wohnort vorziehen, lohnt es sich allenfalls eine kompetente interkulturelle Übersetzerin oder Übersetzer anzufordern oder allenfalls selber zu engagieren.
Als binationales Paar sollten Sie Unterstützung bereits präventiv in Anspruch nehmen, um sich als Paar vor Überforderung zu schützen.
Eine wichtige Unterstützung bietet auch der Austausch mit binationalen Paaren in ähnlicher Situation. Melden Sie doch Ihr diesbezügliches Interesse auf der Beratungsstelle für binationale Paare in ihrer Gegend an, die diese Vermittlung übernehmen kann.
Wenn einer der Partner bereits psychisch erkrankt ist, suchen Sie sich einen Psychiater oder eine Psychiaterin in Ihrer Gegend aus, damit Sie über die Grundversicherung der Krankenkasse abrechnen können. Einige PsychiaterInnen haben delegiert arbeitende PsychologInnen angestellt, die die kranke Person und Ihren Partner psychotherapeutisch unterstützen können.
Desde una perspectiva social, estas parejas ocupan una proporción numéricamente en crecimiento, por lo que cada año los matrimonios entre suizo y extranjero superan el tercio y representan la mitad si incluimos a las parejas binacionales que no tienen un cónyuge suizo, pero viven en Suiza. Sin embargo estas cifras están lejos de la correspondiente atención que se les debe prestar, ya que si estas parejas recibieran el apoyo necesario, la sociedad se enriquecería enormemente.
Las parejas y familias bi-nacionales, en comparación con otras, pueden vencer las amplias diferencias entre naciones y culturas y sus hijos tienen un amplio horizonte y diferentes oportunidades de acción que puede enriquecer los enormes desafíos sociales del presente y del futuro con el entendimiento intercultural necesario y el coraje de nuevas soluciones. Las parejas bi-nacionales realizan un enorme trabajo por la paz y la integración. Por lo tanto, se hacen merecedores de un singular apoyo, debido a que son enormes los retos que deben superar.
Estos desafíos se presentan a nivel legal, financiero y social y su impacto consigue afectar el nivel psicodinámico. Las desventajas legales, financieras y sociales son más evidentes y afectan aún más el nivel psicodinámico cuando la pareja no es suiza o de los países de la EU/EFTA, y vienen de países de América Latina.
Psicodinámicamente, todos estos factores actúan sobre la relación de pareja. En los primeros años de matrimonio o relación hay en la mayoría de los casos una clara división de roles: el cónyuge suizo, ya sea hombre o mujer, asume el papel de “guardián”. Este rol le da a él o ella mayores responsabilidades, pudiendo esto desencadenar fácilmente en un exceso de trabajo.
El “guardián” o la “guardiana” debe procurar poner en regla los papeles de su pareja, enseñar las costumbres y tradiciones de Suiza y a menudo hacer solo/a, todo lo que respecta a la administración familiar y/o traducciones. Así, él/ella debe a menudo trabajar para recibir el total del ingreso familiar.
La pareja extranjera en los primeros años, frecuentemente depende de su cónyuge para dar cada paso, lo que puede suponer una grave pérdida de confianza en sí mismo y, no en pocas ocasiones, conllevar a una depresión. Sobre la pareja cuelga constantemente la Espada de Damocles de la pérdida existencial: una crisis en un matrimonio con hijos, no sólo pone en peligro la propia relación, sino también la totalidad de la existencia familiar. La parte extranjera pierde el derecho a la residencia y los lazos familiares se rompen por la lejanía geográfica, provocando graves consecuencias en los hijos. Además el proceso de comprensión mutua en los conflictos de pareja es muy complicado: ¿qué parte de las diferencias en el comportamiento y actitud dependen de la persona amada y qué parte es de índole cultural o nacional?
En situaciones de conflicto y estrés tienden las parejas tienden comúnmente a sobrevalorar la influencia cultural o individual del otro, en donde éste se siente completamente incomprendido. En la pareja existe una mayor necesidad de negociación en la crianza de los hijos. Una formación bi-cultural requiere de mucho tacto recíproco entre las partes y también hacia los hijos, para no correr el riesgo de abrumarlos (por ejemplo el aprendizaje de la lengua materna o paterna, además de las horas normales de escuela) o de tratar de hacerlos comprender los antecedentes culturales desde muy pequeños. Por lo tanto, todo el apoyo y el personal capacitado son muy importantes.
El organismo, fundado originalmente por parejas bi-nacionales, para apoyo de familias y parejas interculturales en Suiza tiene su sitio web: www.binational.ch (en idioma Alemán, Inglés, Francés y Español). Proporciona información valiosa así como las direcciones de los centros de asesoramiento para las parejas bi-nacionales. En la suiza alemana hay servicios de asesoramiento en Zürich, Horgen, Berna, Basilea, Solothurn y Olten.
Si usted no tiene la oportunidad de visitar uno de estos centros de asesoramiento público y prefiere asistir a un centro en el lugar donde vive, puede solicitar un traductor intercultural competente, o contratarlo de forma privada.
Como parte de pareja bi-nacional, usted puede tener ayuda en forma preventiva, a fin de protegerse frente a su pareja en caso de trabajo excesivo.
Un importante apoyo es el intercambio de experiencias con parejas bi-nacionales en situaciones similares. Para ello debe inscribirse en el centro de asesoramiento de su área, donde puedan hacerse cargo de la mediación.
Si uno en la pareja está psíquicamente enfermo, busque un psiquiatra en su región, para que el gasto pueda ser cubierto por su seguro médico.
Algunos psiquiatras delegan el trabajo a un psicólogo, para que la persona enferma y su pareja puedan recibir tratamiento psicoterapéutico.